Bergwisel

Bergwanderwoche im CH-Nationalpark vom 12. bis 18. Juli 2020 – eine Wanderwoche des SAC Engelberg

Offen auch für Nicht SAC Mitglieder, solange genügend freie Plätze.

Für Tier- und Pflanzenliebhaber ist es zweifellos die schönste Zeit in der Bergwelt. Die Bergblumen blühen in voller Pracht und lassen den Betrachter oft staunend stehen, wenn aus einer noch so winzigen Felsritze und in kargem Gelände farbenprächtige Pflanzen spriessen!

Zu neuem Leben erwacht ist auch die Tierwelt. Gämsen, Hirsche, Steinwild und Rehe haben vor kurzer Zeit ihren Nachwuchs zur Welt gebracht. Stundenlang könnte man verweilen um den wie kleine Kinder spielenden Gämskitze, zuzuschauen. Einfach herrlich, die Jungtierzeit im Nationalpark und in der Bergwelt des Engadin! BERGWISEL führt entsprechende optische Geräte mit, damit die Tiere aus nächster Nähe beobachtet werden können.

Unser Programm

Sonntag, 12. Juli 2020:Anreise ins Engadin nach Zernez. Dort deponieren wir einen Teil unserer für die ersten zwei Tage nicht benötigten Sachen im Hotel Bär & Post, bevor wir mit dem Postauto auf den Ofenpass hoch fahren. Nun laufen wir los, über wunderbares Wandergeländezum Arvenwald God da Tamangur im Val S-charl.Der God da Tamangur (zu Deutsch „der Wald da hinten“) ist der höchstgelegene zusammenhängende Arvenwald Europas. Er liegt auf 2300 m, zuhinterst im Val – S-Charl. Landschaftlich eine äusserst reizvolle Bergwanderung ausserhalb des Nationalparks, jedoch in einem Schutzgebiet. Der Wald bleibt seit einiger Zeit sich selbst überlassen, die forstwirtschaftliche Nutzung wurde eingestellt. Wer den Arvenwald heute betritt, wähnt sich in einem Urwald! Wild und unberührt scheint der Wald und gleichzeitig strahlt er eine grosse Ruhe aus. Es ist schwierig, all das Schöne und Spannende und vom Tannenhäher als Förster angelegten Urwald zu beschreiben, man muss es selber erlebt haben! Unsere Wanderung führt dann weiter bis nach S-Charl (1810 m), wo wir im Hotel Mayor in Zweierzimmer übernachten. Totale Wanderzeit ca. 4.5 Std., Schwierigkeit T2 (leicht).

Montag, 13. Juli: Von S-charl durch die Val Mingèr auf Sur il Foss 2317 m und über die Fourcla Val dal Botsch (2677 m) ins Val dal Botschnach Il Fuorn an der Ofenpassstrasse. Mit dem Postauto fahren wir nach unserer Wanderung nach Zernez zu unserem Hotel, dem Bär & Post. Basis = Zweierzimmer. In der Val Minger wurde 1904 der letzte Bär der Schweiz geschossen. Bären kommen wir vermutlich keine zu Gesicht, aber bestimmt Hirsche, Gämsen und eventuell auch Steinwild. Eine äusserst abwechslungsreiche Bergwanderung durch Arvenwald, über zwei Pässe und über Wiesen, die durch die intensive Nutzung durch Wildhuftiere geschoren sind wie Golfplätze. Im Aufstieg halten wir immer wieder an um die Hänge, Böden und Buckel nach Gämsen und Rothirschen abzusuchen. Nicht selten fliegen Bartgeier und Steinadler. Auch der kleine Turmfalke steht oft im Wind und hält Ausschau nach Beute. Je höher wir steigen, desto grandioser wird auch die Aussicht zum Bernina-Massiv,  dem Ortler und Stilfserjoch. Totale Wanderzeit ca. 7 Std., bis T3 (mittel). 

Dienstag, 14. Juli:Mit dem Postauto nach Buffalora (1968 m). Über die Alp Marangun und P 2370 auf den Munt la Schera (2568 m). Abstieg zur Alp la Schera und zum P6 Il Fuorn. Mit dem Postauto zurück in’s Hotel. Für viele gehört diese Wanderung zu den schönsten im Nationalpark. Sie führt durch eine für die Schweiz untypische Steppenlandschaft mit wunderbarer Aussicht in den südöstlich des Schera-Gebiets angrenzenden italienischen Nationalpark Stilfserjoch. Die Wanderung bietet nebst Tierbeobachtungen auch interessante geologische Phänomene. Totale Wanderzeit ca. 5 Std., T2 bis T3 (leicht bis mittel).

Mittwoch, 15. Juli:Zur Seenplatte von Macun mit der Besteigung des Munt Baselgia, 2945 m. Seit dem 1. August 2000 ist die Seenplatte von Macun Bestandteil des Nationalparks. 23 Seen, kristalline Gesteine, seltene Pflanzenarten und nicht zuletzt Drachen und Zwerge machen Macun zu einer der Perlen des Nationalparks. Oftmals kann auf unserem Weg Steinwild beobachtet werden. Unsere recht lange und anspruchsvolle Hochgebirgswanderung beginnt auf 2200 m, wo wir mit dem Macun-Taxi ab Zernez hin gelangen und führt dann via Munt Baselgia (2945 m) zu den Seen. Abstieg  via Alp Zeznina nach Lavin (1412 m). Mit der RhB zurück nach Zernez in unser Hotel.  Wanderzeit 7 – 8 Std, meist im T2 Gelände, stellenweise T3 – kurze Stellen T 4 (mittel bis schwer) 

Donnerstag, 16. Juli:Von der Ofenpassstrasse über Murter (2545 m) zur Chamanna Cluozza, 1882 m.Wir verlassen unser Hotel mit den für die Hüttenübernachtung und den nächsten Tagen notwendigen Sachen im Rucksack. Mit dem Postauto gelangen wir zu unserem Ausgangspunkt der heutigen Wanderung, dem P3 (1768 m) an der Ofenpassstrasse. Heute begeben wir uns auf einen Klassiker unter den Nationalparkwanderungen. Vom Parkplatz steigen wir zuerst 100 Hm hinab zu einer Brücke über dem gestauten Lai dad Ova Spin. Jetzt geht’s in abwechslungsreichem Wandergelände stetig berauf bis zum Murter Sattel auf 2545 m. Unterwegs und besonders hier oben können wir immer wieder Hirsche und Gämsen, aber auch Steinwild mit ihrem Nachwuchs beobachten. Eine artenreiche Flora begleitet uns auf Schritt und Tritt. Unvergesslich bleiben solche (Natur-) Erlebnisse. Knapp 700 Hm Abstieg bis zur Chamanna Cluozza. Sie ist die einzige Hütte im Parkgebiet mit Übernachtungsmöglichkeit und liegt herrlich gelegen im Lärchen- und Arvenwald. Wanderzeit 5 – 6 Std. T2, einige Stellen T3 (mittel).

Freitag, 17. Juli:Unsere Route heute: Chamanna Cluozza – Val Sassa – Fuorcla Val Sassa (2857 m) – Val Müschauns – Val Trupchun – Parkhütte Varusch (1778 m).Mit etwa 7 – 8 Stunden Wanderzeit verlangt diese anspruchsvolle alpine Wanderung Ausdauer und auch etwas Trittsicherheit. Bei guter Witterung aber ist diese Route ein Highlight unter den Nationalparkwanderungen. Die Tier und Pflanzenwelt, aber auch die gebirgige Umgebung lässt uns immer wieder ins Staunen versetzen. Unten begleiten uns Arven- und Föhrenwälder und geradezu liebliche grüne Matten, derweil oben die Steine und sogar Schneefelder die Oberhand gewinnen. Das eindrückliche Alpenpanorama von der Fuorcla Val Sassa aus geniessen wir ausgiebig, bevor der stellenweise recht steile Abstieg ins andere Tal beginnt. Immer wieder halten wir inne und suchen in den Gegenhängen nach Gämsen, Steinwild und Hirsche. Wohl verdient ist dann das kühle Bier, welches wir an unserem Etappenziel, der Parkhütte Varusch, in der heimeligen Stube geniessen. Wanderzeit ca. 7 Std., T3 – T4 (schwer).Besonderes: Wem die alpine Etappe zu anstrengend erscheint, ist es möglich, den einfacheren Hüttenweg nach Zernez zu verfolgen und dann mit der RhB und dem Val Trupchun Züglein zur Parkhütte Varusch zu gelangen.

Samstag, 18. Juli:Eine Wanderung durch das vielbesuchte Val Trupchun und zur Fuorcla Trupchun (2782 m)als Abschluss. Die von unserer Übernachtungsbasis aus begangene, mehrheitlich flache Route bis zur Alp Trupchun wird von vielen Nationalparkbesuchern benutzt, insbesondere zur Hirschbrunftzeit im Herbst. Der Weiterweg bis zur Fuorcla Trupchun auf 2782 m wird eher wenig begangen. Vor allem für Steinwildbeobachtungen ist diese Route prädestiniert. Aber auch Hirsche und Gämsen sind allgegenwärtig. Eine prächtige Alpenflora säumt unseren Weg. Auf der Grenze zu Italien machen wir dann kehrt und wandern zurück durch das Tal bis Prasüras, wo uns das Trupchun Züglein zurück an den Bahnhof S-chanf bringt, wo unsere Tourenwoche endet. Wanderzeit ca. 5 – 6 Std, T2, einige Stellen T3 (leicht bis mittel).

Besonderes:Es können Routen angepasst werden. Programmänderungen sind möglich. Wetterbedingungen und die Verhältnisse am Berg müssen berücksichtigt werden. Es ist möglich, auch nur einzelne Etappen mitzumachen mit entsprechendem Preisnachlass.

Treffpunkt/Zeit:Wir treffen uns am Sonntag, 12. Juli um 09:00 Uhr beim Bahnhof Zernez oder nach Absprache mit BERGWISEL.

Ausrüstung: Gute und zweckmässige Wanderausrüstung (hohe Schuhe mit guter Profilsohle, Wind-, Wetter- und Sonnenschutz, Treckingstöcke, Seidenschlafsack, Ersatzkleider, HT- oder GA, wenn vorhanden SAC und/oder Pro Natura Ausweis). Kleider für Hotel (können dort deponiert werden).

Kosten: 900.– p.P. Der Preis beinhaltet 2 x Übernachtung in Mehrbettzimmer Hütte, 4 x Zweierzimmer Hotel, Nacht- und Morgenessen, Marschtee sowie Wanderführertaxen. Exkl. allfällige Transferkosten.

Anmeldungen: Verbindlich bis 15. Juni 2020 HIER

Comments are closed.