Bergwisel

Bergwanderwoche im Nordtirol, Tannheimer-Tal; 17. – 23. Juni 2018

Das Tannheimertal ist eine besonders ordentliche und freundliche Landschaft im nördlichsten Zipfel der Tiroler Berge. Das Tal wird zurecht als das schönste Hochtal in den Alpen angepriesen. Seine sanften Wiesenböden verlaufen von Osten nach Westen und sind scheinbar auf allen Seiten von hohen Bergen eingeschlossen, als wollte man damit seine volle Eigenständigkeit demonstrieren. Die Lebensader des Tales bildet die Vils, ein Flüsschen von eigenartig gewundenem und unlogischem Lauf.

Keinesfalls übersehen kann man die beiden grossen Wasserflächen der Region. Der freundliche Haldensee füllt das Haupttal zwischen dem Ort Haldensee und Nesslenwängle in seiner gesamten Breite. Der Vilsalpsee liegt nur unwesentlich höher und vermittelt doch einen strengeren und alpineren Eindruck. Er ist fast rundum von steilen Hängen und hohen Bergen eingeschlossen. Viele weitere Bergseelein zieren in den höheren Lagen die Berglandschaft.

Die Gipfel südlich des Tales rechnet man zu den Allgäuer Alpen; man bezeichnet diese Untergruppe auch als Vilsalpseeberge. Hier stehen unmittelbar nebeneinander Gipfel mit auffallendem Steilgras, schroffen Felsflanken aber auch reichem Blumenschmuck.

Auf der anderen Talseite ragen die Tannheimer Berge auf. Dort fallen natürlich als erstes die wilden Kletterzinnen wie die Rote Flüh und der Gimpel ins Auge, denen der Wettersteinkalk zu den glatten Wänden und der hellen Farbe verhilft. Dank der ordentlichen Steige kann auch der Wanderer diese Zinnen – und an der Judenscharte auch die Kletterer – aus der Nähe bewundern.

Die eigentlichen Architekten des Tannheimertales waren die Gletscher. Sie formten in der Eiszeit diese breite Wanne aus. Später lagerte dann das Schmelzwasser grosse Mengen Moränenschutt in den Böden ab. Und noch vor 1000 Jahren bedeckten undurchdringliche und teilweise recht feuchte Urwälder das Gebiet. Bei der so freundlichen Wiesenlandschaft von heute kann man sich das nur noch schwer vorstellen!

Unser Wochenprogramm vom 17. – 23. Juni 2018

Das Tannheimertal, bzw. die Berglandschaft rings um das Tal, bietet eine unendliche Fülle an Berg- und Wandertouren. Bekannte Klassiker, aber auch überraschend stille Touren finden sich in diesem herrlichen Hochtal! Fauna und Flora sind herrlich und auf vielen Touren allgegenwärtig. Etliche meiner Touren-Vorschläge können fakultativ mit Bergbahnen im Auf- oder Abstieg verkürzt werden. Die angegebenen Wanderzeiten sind unter dem Prädikat „gemütlich“ einzuordnen.

Nachstehend ein mögliches Tourenprogramm. Programmänderungen sind jederzeit möglich. Wetterbedingungen, Wünsche der Teilnehmenden und die Verhältnisse am Berg müssen berücksichtigt werden. Bei ganz schlechten Wetterbedingungen sind auch Besichtigungen im Tal oder ausserhalb möglich (z.B. Füssen mit seinem „Märchenschloss“ Neuschwanstein).

Sonntag, 17. Juni: Anreise ins Tannheimer Tal mit Kleinbus oder individuell nach gegenseitiger Absprache; Ankunft und Treffpunkt in Zöblen, Hotel Alpenrose um ca. 14.00 Uhr.
Begrüssung und Kennenlernrunde bei Kaffee und Kuchen im Restaurant.
Zimmerbezug und individuelle Gestaltung des Nachmittags.
17:00 Uhr Informationen mit BERGWISEL.
Ca. 18:00 Uhr Abendessen.

Montag, 18. Juni: Einstein, 1866 m – ein Individualist unter den Tannheimer Bergen; Der Name Einstein sagt schon viel über das Besondere dieses Berges aus. Mit „Stein“ benennt man hervortretende und auffallende Felsgipfel und das „Ein“ deutet auf die völlig isolierte Lage hin. Ganz allein steht dieser Berg nördlich von Tannheim. Das stempelt ihn auch zum Aussichtsgipfel der Extraklasse. Vor allem die Berge südlich des Tales liegen schön ordentlich aufgereiht genau gegenüber; wir werden sie alle studieren, vom Wannenjoch über das Geisshorn bis zur Krinnenspitze und auch die trotzigen Kalkburgen wie Gimpel und Rote Fluh. Im Osten ragt ein anderes Ziel in die reine Alpenluft empor, der Aggenstein, den wir bestimmt auch besuchen werden.

Es gibt verschiedene Routen auf den Einstein, welche sich unter dem steilen Gipfelaufschwung vereinen. Welche wir angehen, entscheiden wir gemeinsam. Es ist gut möglich, die Bergwanderung direkt zu Fuss ab unserem Hotel anzugehen. Gesamte Wanderzeit ca. 6 Stunden ab Zöblen. Ab Tannheim-Berg 4 Std.

Dienstag, 19. Juni: Tannheimer Höhenweg und als Zusatz die Besteigung des Aggenstein, 1987 m; Diese abwechslungsreiche Höhenwanderung im nördlichen Teil der Tannheimer Berge findet viele Liebhaber. Wir bewegen uns in Höhen zwischen 1600 und 1900 m und haben dabei stets einen freien Blick nach Südwesten. Die erste Zwischenstation, die Westschulter der Sefenspitze, entpuppt sich als besonders schönes Aussichtseck. Gewaltig präsentieren sich von dort aus die Hauptgipfel wie Gimpel, Köllenspitze und Gehrenspitze. Nach der Schulter kommen wir über malerische Böden mit Felsblöcken, kleinen Wiesenflecken und einem Mini-Karstbecken. Schliesslich quert man – teilweise auch im Wald – zum ersten Ziel der Tour, der Bad Kissinger Hütte, hinüber. Sich dort verweilen, ja gar einkehren, ist schon fast ein Muss!

Aber da ist noch in greifbarer Nähe der nordwestliche Eckpfeiler der Tannheimer Berge, der Aggenstein! Es wäre fast schade, diesem ungewöhnlichen, asymmetrischen Gipfel nicht noch einen Besuch abzustatten. Von der Hütte zieht sich der Weg in Kehren steil durch die Grasflanke. Zuletzt mithilfe von Ketten über einige Fels- und Schrofenpassagen zum Gipfelkreuz. Die Sicht über das Allgäu und über Bayern, bei guter Sicht bis nach München, ist grandios!

Wanderzeit mit Zuhilfenahme der Gondelbahn auf das Füssener Jöchle ca. 4,5 Std, mit Besteigung des Aggenstein 6 Std. Die Tour kann auch in umgekehrter Richtung unternommen werden.

Mittwoch, 20. Juni: Krinnenspitze, 2000 m; Die Krinnenspitze ragt als breite, etwas unauffällige Schrofenmauer über Nesselwängle auf, während sie im Südosten ganz von steilen Grashängen überzogen ist. Der Name kommt von Rinnen, Gerinne. Die Sicht vom Gipfel mit dem hohen Gipfelkreuz auf den tief unter uns liegenden blauen Haldensee und den hellen Kalkbergen vis à vis, ist beeindruckend. Der Sessellift bis zur Krinnen Alpe verkürzt den Aufstieg auf eine gute Gehstunde. Es können verschiedene Abstiegsrouten gewählt werden. Auch bietet sich eine Kombination mit dem benachbarten, etwas schwierigeren Litnisschrofen (2068 m) an.

Wanderzeit je nach gewählter Route zwischen 4 bis 7 Stunden.

Donnerstag, 22. Juni: Wannenjoch, Bschiesser und Ponten, 2045 m – eine Dreigipfeltour; Heute wechseln wir im Tal nach Westen, nach Schattwald, dem Nachbarort von Zöblen. Der höchste Gipfel im Bereich von Schattwald heisst Ponten. Mit seinem von Felszähnen verzierten Nordgrat gehört er zu den auffallenden Berggestalten des Gebietes. Er lässt sich ideal mit dem benachbarten „Gerade-noch-Zweitausender“ Bschiesser und dem etwas niedrigeren Wannenjoch oder Kühgundkopf, kombinieren.

Gemeinsam entscheiden wir, welche Route wir auf den Berg verfolgen, ob mit oder ohne Zuhilfenahme eines Dreiersesselliftes. Übrigens: Der Ponten ist ein rassiger Skitouren Berg!

Wanderzeit je nach gewählter Route zwischen 6 bis 8 Stunden.

Freitag, 23. Juni: Geisshorn, 2249 m – der formschöne und markante Berg; Als Abschluss die Besteigung des in meinen Augen schönsten Berges im Tannheimertal! Die schöne Felspyramide des Geisshorns steil über dem Tal und Vilsalpsee, bietet eine gewaltige Aussicht und gehört zu Recht zu den begehrten Zielen über dem Tannheimer Tal. Auch an diesem Berg bieten sich mehrere Möglichkeiten für Rundtouren oder Zustiege an. Der von Schrofen durchsetzte Gipfelaufbau erfordert allerdings etwas Geschicklichkeit und wie auf allen Touren, gutes Schuhwerk. Wie die ganze Woche, entscheiden wir gemeinsam, auf welchen Wegen wir die gewaltige Aussichtspyramide mit dem eindrücklichen Gipfelkreuz besteigen.

Wanderzeit zwischen 5 bis 7 Std.

Samstag, 24. Juni: Gemütliche Abschlusswanderung von Grän zum Adlerhorst, 1350 m und Heimreise; Der Name „Adlerhorst“ trifft recht gut die Lage der Ausflugsgaststätte über dem Haldensee. Sie liegt 130 m oberhalb der Wasserfläche mitten in den sehr steilen Wald- und Felshängen. Wer zu Besuch im Tannheimer Tal ist, muss fast einmal diesen Ort besucht haben.

Rundwanderung von maximal 3 Stunden, je nach gewählten Wegen.

Anmerkung: Dies sind nur Vorschläge! Die herrschenden Bedingungen sowie die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und der Teilnehmer werden selbstverständlich berücksichtigt. Auf den meisten Touren im Tannheimer Tal kann das Ziel auf verschiedenen, mehr oder weniger langen Routen, erreicht werden.

Weitere, machbare und sehr schöne Touren im Tannheimertal, welche BERGWISEL bestens kennt:

  • Zirleseck und Rohnenspitze, 1990 m, ca. 5 h
  • Rote Fluh, 2111 m, über die Judenscharte, ca. 6 h
  • Steinkarspitze und Rote Spitze, 2130 m, ca. 6,5 h
  • Sulzspitze, 2084 m, ca. 6 h
  • Gaichtspitze, 1988 m, Hahnenkamm, ca, 7 h
  • Saalfelder Höhenweg, Landsberger Hütte, ca. 5 h
  • Grosse Schlicke, 2059 m, ca. 4 Std.

Einige leichtere Wanderungen in der Nähe des Talboden oder auf Höhenwegen

Unsere Unterkunft: Zweier- oder Einerzimmer im Hotel Alpenrose in Zöblen

Ausrüstung: Wanderausrüstung mit gutem Schuhwerk, Rucksack mit Wind- Regenjacke, Ersatzkleider, Sonnenschutz, Fotoapparat, evt. Feldstecher. Haus- oder leichte Schuhe und Kleider für Aufenthalt im Hotel oder Abends im Dorf.

Kosten: CHF 800.– im Zweierzimmer (Einerzimmer CHF 860.–). Inbegriffen sind Unterkunft, reichhaltiges Frühstück (Buffet), 3-Gang Wahl Menü am Abend, Busfahrten, Bergbahnen und Führertaxen. Nicht inbegriffen ist die allfällige Fahrt CH – A und retour.

Weitere Infos: Diese werden den Angemeldeten oder Interessierten zu gegebener Zeit zugesandt. BERGWISEL erteilt aber ab sofort gerne weitere Auskünfte!

Anmeldungen: Verbindlich bis 20. Mai 2018 HIER

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